Geschichtliche Hintergründe

Die Ernährung spielte bei der Evolution des Menschen nicht nur eine, sondern gleich mehrere wesentliche Rollen. So verdanken wir der Tatsache, dass sich unsere Vorfahren im Verlauf der Jahreszeit am jeweils vorherrschenden Angebot bedienten, unser heutiges Vermögen, viele unterschiedliche Nahrungsmittel zu uns nehmen zu können. Durch die Anreicherung des bis dato hauptsächlich aus pflanzlicher Nahrung bestehenden Speiseplanes mit Fleisch erhöhte sich die Proteinzufuhr – was einerseits weniger Verdauungsarbeit erforderte und andererseits das Gehirnwachstum ermöglichte. In Folge des zunehmenden Hirnvolumens vergrößerte sich der Schädel, was wiederum dazu führte, dass der natürliche Geburtskanal zu eng war, um einen vollentwickelten Nachkommen zur Welt zu bringen. Um den Bestand der Art nicht zu gefährden, verkürzte sich die Trächtigkeit des Menschen auf 10 Mondmonate. Die extreme Hilflosigkeit und Pflegebdürftigkeit der nach diesem neuen System geborenen Kinder förderte den Zusammenhalt der Sippe und das Sesshaftwerden. Jenes wiederum zog schon bald gezielte Viehhaltung nach sich, die die Produktion und den Konsum von Milch und Milchprodukten ermöglichte. Menschen, die ihren Speiseplan damit ergänzten, bildeten mehr Vitamin D für gesundes Knochenwachstum. Somit waren sie nicht mehr ausschließlich auf dessen Bildung durch Sonnenlicht angewiesen – ein Umstand, der die Besiedlung der lichtarmen Regionen der nördlichen Erdhalbkugel begünstigte…
Die Liste der Wechselwirkungen und ihrer Folgen ließe sich mit jüngeren Beispielen über zunehmendes Längenwachstum, Rückbildung der Zähne und Haare oder immer früher einsetzender Geschlechtsreife weiter fortsetzen. Zahlreiche Studien belegen, dass Nahrungsmittel unsere Entwicklung auch heute noch nachhaltig und in immer kürzeren Abständen beeinflussen. Dabei hinterlassen sie sowohl positive wie auch negative Effekte und brauchen in Einzelfällen nur wenige Wochen oder Monate, um ihre Wirkung zu zeigen.

Früh übt sich

Ihren Einfluss auf einzelne Organe üben Nahrungs- und Genussmittel bereits im Mutterleib aus. So tragen nicht nur der Verzicht auf schädigende Substanzen wie Nikotin, Alkohol oder Drogen, sondern auch die bewusste Aufnahme sorgfältig zusammengestellter und zubereiteter Kost zu einer gesunden Entwicklung des Kindes bei. Der Mangel an einzelnen Nährstoffen oder der Befall mit Krankheitserregern wie Salmonellen kann zu Verzögerungen oder Disharmonien mit teilweise irreparablen Schäden führen.
Auch unmittelbar nach der Geburt ist der mütterliche Körper auf eine ausgewogene, gesunde Ernährung angewiesen. Sie regt nicht nur die Milchbildung an, sondern geht durch das Stillen auch direkt auf das Baby über. Außerdem stabilisiert sie die Gesundheit und Fitness des durch die Schwangerschaft geschwächten Körpers.
Spätestens dann, wenn das heranwachsende Kind beginnt, zusätzliche Nahrung aufzunehmen, sollten Eltern sich bewusst mit dem Thema “Ernährung” auseinander setzen. Nicht alle Versprechen, die die Werbeindustrie abgibt, können von den angepriesenen Produkten auch gehalten werden. Viele explizite Kinderprodukte sind sogar ausgesprochen schädlich, weil sie zu viel Fett, Salz oder Zucker enthalten. Wer sich und seinem Kind wirklich Gutes tun will, orientiert sich bei der Zusammenstellung seiner Mahlzeiten an der so genannten Ernährungspyramide. An diesem Modell lassen sich die tatsächlich benötigten Mengen an Ballaststoffen, Kohlehydraten, Fetten, Eiweißen und Süßwaren sowie Flüssigkeiten einfach bestimmen und anschaulich nachvollziehen.
Dennoch ist ein Kind kein kleiner Erwachsener: es benötigt je nach Entwicklungsstufe zusätzliche Nährstoffe, die bestimmte Prozesse in Gang setzen bzw. aufrecht erhalten. Am deutlichsten wird dieser Bedarf zu Beginn der Pubertät. Zwillingsforschungen haben ergeben, dass der Zeitpunkt des Einsetzens bestimmter körperlicher Vorgänge nicht nur genetisch bedingt ist, sondern ebenso von prozentualen Fett- und Vitaminanteilen abhängt. Da sich bei Teenagern auch die Hirnstruktur verändert, kann Mangel- oder Fehlernährung im Jugendalter also nachhaltige Folgen haben.

Schönheit, die von innen kommt

Kaum ein anderes Organ lässt so deutlich erkennen, ob wir uns “richtig” ernähren wie die Haut. Während sie bei gesunder Kost, ausreichend Schlaf und Wasser sowie regelmäßiger Frischluft prall und rosig wirkt, kann sie im umgekehrten Fall grau und müde scheinen.
Auch die gemeinhin als “tot” bezeichneten Anhängsel unserer Haut zeigen oft deutlich an, wenn ihnen etwas zuviel ist oder sie zuwenig geboten kriegen. Glänzende Haare und feste Fingernägel sind häufig nicht nur eine Frage guter Gene und teurer Pflegeprodukte, sondern vor allem Ergebnis einer ausgewogenen Kost.
Eine bewusste Ernährung kann sogar noch mehr: Wer als Allergiker oder Neurodermitispatient bestimmte Speisen meidet, reduziert oder kritisch auf Farb- und Zusatzstoffe prüft, kann sein Leiden bzw. die entsprechenden Begleiterscheinungen manchmal ganz ohne therapeutische Maßnahmen lindern.
Nicht zuletzt kann eine ausgewogene Kost auch vor Krankheiten schützen. Durch sorgfältigen Umgang mit Lebensmitteln werden Risikofaktoren wie Salmonellen minimiert.

Besondere Kost für besondere Leistungen

Eine besondere Rolle spielt die Ernährung bei sportlicher Betätigung. Durch die hierfür notwendigen Bewegungsabläufe verbrennt der Körper mehr Kalorien und hat durch Schwitzen einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf. Um einen positiven Effekt für Gesundheit und Fitness sowie einen evtl. gewünschten Gewichtsverlust zu erzielen, ist häufig auch eine Ernährungsumstellung notwendig. Darüber hinaus kann speziell zusammengesetzte Kost den Aufbau bestimmter Muskelgruppen oder ein gewisses Maß an Kondition unterstützen. Daher ernähren sich Leistungs- und Profisportler in der Regel anders als Personen, die Sport als Hobby in ihrer Freizeit betreiben. Die Sportlernahrung enthält eine Vielzahl an Vitaminen und Aufbaustoffen, die aber ohne entsprechendes Trainingsprogramm nur selten nützlich sind.

Weitere Informationen über Sport und Nahrung:

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