Die Asymmetrie ist im Kreise der Bodybuilder und Kraftsportler ein großes Ärgernis. Obwohl alle Muskelgruppen im selben Maße trainiert werden, entwickeln sie sich unterschiedlich. Die mögliche Folge: Der eine Bizeps oder die eine Brust ist muskulöser als die andere. Ein Bodybuilder, der um eine optimale Ästhetik bemüht ist, kann an solch einem Problem verzweifeln. Umso ärgerlicher die Tatsache, dass jeder Kraftsportler davon betroffen ist. Es gibt vermutlich keinen Menschen auf dieser Welt, bei dem der linke Arm exakt identisch entwickelt wie der rechten Arm ist. Schließlich handelt es sich um zwei völlig eigenständige Körperteile mit separaten Muskeln. Das Training und sogar die Bewegungen im Alltag können die Asymmetrie enorm verstärken. Rechtshänder beanspruchen ihren rechten Arm zum Beispiel weitaus häufiger als den linken Arm, wie beim Schreiben oder beim Tragen, sodass die Muskulatur entsprechend reagiert.
Nicht viel anders verhält es sich beim Training. Ein typisches Beispiel ist das Bankdrücken: Die linke und rechte Brust wird zwar mit dem selben Gewicht belastet. Doch das Potential der beiden Brüste dürfte unterschiedlich sein. Wenn die linke Brust also an ihre Grenzen stößt, könnte die rechte Brust noch Kraftreserven haben. Die logische Folge ist, dass nur die linke Brust bis zum Muskelversagen trainiert und mit einem entsprechenden Muskelwachstum belohnt wird.
Sollte die Asymmetrie bereits sichtbar sein und den Gesamteindruck ruinieren, muss gehandelt werden. Glücklicherweise gibt es zwei Möglichkeiten, um die Asymmetrie zu reduzieren. So zum Beispiel mit ungleichen Gewichten beim Kurzhanteltraining. Ist beispielsweise die linke Seite schwächer ausgeprägt als die rechte, muss sie stärker gefordert werden. Bei Kurzhantelcurls nimmt man zum Beispiel eine 10 Kg Hantel in die rechte Hand, und eine 12,5 Kg Hantel in die linke Hand. Aber Vorsicht: Die ungleichen Trainingsgewichte können die korrekte Trainingsausführung behindern. Abwechselnde Übungsvarianten, wie abwechselnde Kurzhantelcurls, können Abhilfe schaffen.
Eine alternative Maßnahme wären zusätzliche Trainingssätze. Nach dem üblichen Bizeps- oder Brusttraining könnte die schwächere Muskelpartie mit zwei weiteren Trainingssätzen bearbeitet werden, um den Muskelwachstum anzuregen.
Grundsätzlich gilt, dass die Bekämpfung der Asymmetrie ein langwieriger Prozess ist. Es dauert unzählige Monate, bis die ungleiche Muskelentwicklung nicht mehr sichtbar ist. Und selbst wenn man sich noch so sehr anstrengt: Eine völlig identische Muskelentwicklung gelingt nicht. Das heißt allerdings keineswegs, dass man es nicht versuchen sollte.